Painterly Photography – Transformation von Körper, Natur und Realität
Elitza Nanova | Fotokünstlerin aus Berlin
Meine künstlerische Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Fotografie, Malerei und Abstraktion. Mit Painterly Photography – malerischer Fotografie entwickle ich eine eigenständige künstlerische Position, die das traditionelle Verständnis von Fotografie als Abbild der Wirklichkeit bewusst hinterfragt und erweitert.
Geprägt durch meine kunsthistorische Auseinandersetzung mit der klassischen Moderne und der abstrakten Kunst verbinde ich kunsthistorisches Denken mit fotografischer Experimentierfreude und einer bewussten Auflösung vertrauter Wirklichkeit. Mich interessiert nicht das Dokumentarische, sondern das Verborgene – das, was sich erst durch einen veränderten Blick erschließt. Ich suche nach Momenten, in denen Vertrautes fremd wird und sich die Grenzen zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion auflösen.
Durch Langzeit- und Mehrfachbelichtungen, Spiegelungen, ungewöhnliche Perspektiven und digitale Bildmontagen verändere ich die Erscheinung meiner Motive und löse sie aus ihrem gewohnten Zusammenhang. Bewegung, Zeit, Licht und Strukturen werden dabei zu eigenständigen bildnerischen Elementen. Die Fotografie wird zum Experimentierfeld, auf dem neue visuelle Wirklichkeiten entstehen.
Ein zentrales Prinzip meiner Arbeit ist die Transformation. Sie vollzieht sich auf drei Ebenen:
Transformation des Körpers
In meiner Tanzfotografie wird der menschliche Körper durch Bewegung, Zeit und fotografische Überlagerung verwandelt. Körper und Gesten lösen sich aus ihrer anatomischen und gegenständlichen Eindeutigkeit und werden zu abstrakten Formen, Linien und Spuren der Bewegung. Mich fasziniert, wie flüchtige Augenblicke eine neue, vom ursprünglichen Bewegungsablauf unabhängige Bildsprache entwickeln können.
Transformation der Natur
In meinen Wasserabstraktionen wird die sichtbare Wirklichkeit durch Spiegelungen, Licht und die Bewegung des Wassers aufgelöst. Architektur und natürliche Strukturen verwandeln sich in ein Zusammenspiel aus Linien, Flächen, Farben und abstrakten Formen. Wasser ist dabei nicht nur Motiv, sondern ein eigenständiges gestalterisches Medium, das vertraute Erscheinungen fragmentiert und neu zusammensetzt.
Transformation der Realität
In meinen digitalen Collagen verbinde und verfremde ich fotografische Elemente zu neuen visuellen Wirklichkeiten. Tanzbilder, Strukturen und unterschiedliche Bildebenen treten miteinander in Beziehung. Es entstehen imaginäre Bildwelten, die sich zwischen Fotografie, digitaler Montage und Abstraktion bewegen und sich keiner dieser Kategorien eindeutig zuordnen lassen.
Was meine unterschiedlichen Werkgruppen verbindet, ist das Interesse an Verwandlung, Wahrnehmung und dem Unsichtbaren im Sichtbaren. Ich möchte gewohnte Sehweisen aufbrechen und dazu einladen, die Welt nicht nur wiederzuerkennen, sondern neu zu entdecken. Meine Bilder sind keine Abbilder, sondern eigenständige visuelle Konstruktionen – offene Räume, in denen Wirklichkeit und Vorstellung, Gegenständlichkeit und Abstraktion miteinander in Dialog treten.























